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Pizza - Pommes - Mäkkes?

Die Fast-Food-Verführung... Muss das sein?

 
Die perfekt gegarte Zuckererbsenschote, getoppt
mit einer Scheibe einer nicht zu weich gekochten Karotte, vielleicht noch mit einem Hauch geschmolzener Butter und einem winzigen etwas von Rosmarin  auf einem Löffel angerichtet, gepaart mit aufmunternden Worten vorsichtig und ohne Hast vor den Mund der kleinen Tochter oder des Sohnemanns ge-schoben. Das folgende Resultat ist meistens das Gleiche: Da hilft keine Kochkunst, keine lieben Worte oder die noch so verführerische Beschreibung des zu erwartenden Geschmackserlebnisses! Das kindliche Gesicht zeigt urplötzliche Abwehr, der Mund schließt sich wie eine erschreckte Auster. Nicht nur Chefköche resignieren bei diesen „Versuchen“ sondern mit Ihnen fast alle Eltern, denen einzig und allein die Kultur des Essens nahe liegt.

Von den Kleinsten setzt sich dieses Prozedere durch die Kindheit hin fort. Willst Du Dein Kind glücklich sehen musst Du zu den Pommes gehen? Das Resultat fast jeden Restaurantbesuches mit Kindern endet in der Bestellung von  Pizza, Pommes und “Burgern”. Hinzu kommen vom Hühnchen, bevorzugt als so genannte „Nuggets“, bedingt noch die Klassiker vom Fisch, nämlich in „Stäbchenform“. Auch Farben scheinen im Unterbewusstsein der Kleinen eine große Rolle zu spielen: Grün, steht für Spinat und damit für Gemüse schlechthin und scheint in der ersten Entwicklungshälfte des kindlichen Alters eine Verweigerungshaltung aufzubauen.

Später relativiert sich dies durch Rot und alles wird mit einer dicken Schicht Ketschup überzogen. Kindern mit feineren Aromen oder Gewürzen bei Ihrer Entwicklung zu „helfen“ ist meistens kläglich zum Scheitern verurteilt, da unbekannt und für die noch unerfahrenen Gaumen zu kompliziert. Mit Gewalt ist hier gar nichts zu erreichen, es sei denn mit Salzigem.

Nicht nur seitens der Fertigprodukte zur Abstufung und Aufnahme anderer Geschmäcker unfähig, werden „salzige Produkte“ von den Kleinen eher akzeptiert. Ein Prozess, der schon früh eingeleitet wurde und nun die Wahrnehmung der noch jungen Geschmacksnerven auf ein Minimum reduziert hat: salzig, süß, sauer, dazwischen scheint es nichts zu geben. Die ursprünglichen Nahrungsmittel, einzelne Gemüse, Pilze, Fleisch, traditionell zubereitet, haben die Kleinen scheinbar nicht erreicht - wie auch?

Essen ist doch sehr viel mehr als nur die Wahrnehmung von salzig, süß und sauer, sie sind das frühere Ergebnis traditionellen Kochens, ja, von Familientraditionen, an denen Familienmitglieder beteiligt waren die ein sinnliches Gesamtkonzept für den Gaumen, auch der Kleinen, erdachten.

Wo stehen wir heute?

Um es auf den Punkt zu bringen: Wir stehen heute vor einem Werbe- und Medien-Bombardement von salzigen „Junior-Tüten“, salzigen (und fettigen) „Mäks“, salzigen (und fettigen) Pommes, in Verbindung mit süßen Cokes - dem Ersatz der früher am Herd für die Familie kochenden Oma oder/und Mutter (es soll auch Väter geben die gut und liebevoll kochen!).

Die heutigen kleinen Fast-Food-Junkies werden des “Fast-Essen-Konzernen” geradezu in die Marketing-Hände getrieben. Der Zusammenbruch der, soweit vorhandenen, kulinarischen Traditionen ist so weit fortgeschritten, dass kaum noch ein 10 jähriges Kind einen Sellerie von einer Kohlrabi unterscheiden kann, geschweige denn verschiedene Küchenkräuter aus dem Garten.

Somit sind unsere Kinder dem raffinierten Marketing der “Fast-Food-Anbieter” nahezu hilflos ausgeliefert worden. Die allgegenwärtige Überfrachtung mit „Lebensmittel“-
Fernsehwerbung, mangelnde Zeit und das aussterbende gemeinsame (frisch zubereitete) Mittagessen im Rahmen der Familie sowie ausbleibende Kommunikation über die Ernährung und das Essen im speziellen, treiben die Kinder und Jugendlichen den „Fast-Food-Verführern“ gnadenlos zu. Und dies mit für unsere Kinder und unsere Esskultur katastrophalen Auswirkungen.

Lassen Sie uns alle unserer Verantwortung gerecht werden - es ist nie zu spät!


 
 
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